1. Einführung – Warum Mobile Jugendarbeit / Straßensozialarbeit in Freudenstadt

Trinkende und dadurch gewalttätige Jugendliche werden zu einer immer größeren gesellschaftlichen Herausforderung. Während die Kriminaldelikte bei Jugendlichen im Allgemeinen als rückläufig bezeichnet werden können, nehmen Gewaltdelikte unter Alkoholeinfluss die letzten Jahre zu. Auch in Freudenstadt ist die Zahl der Gewaltdelikte durch alkoholisierte Jugendliche auffällig. Zusätzlich verzeichnen Krankenhäuser eine starke Zunahme von Jugendlichen, die auf Grund einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dieser gesellschaftlichen Situation kann man auf unterschiedliche Weise begegnen. So kann beispielsweise eine Haltung sein: „Das wird schon wieder…“

 

Oder man versucht durch repressive Mittel der Entwicklung Einhalt zu gebieten. Allerdings führen Verbote oder gesellschaftliche Regeln nicht zwangsläufig zu einer gesellschaftlichen Veränderung.

Eine weitere Möglichkeit ist das Hinterfragen, warum gibt es diese Entwicklung?

Wie kann ich nachhaltig möglichst positiv auf diese Entwicklung einwirken?

Warum trinken Jugendliche?

Warum sind Treffen an öffentlichen Plätzen so beliebt?

Warum wirken diese Treffen bedrohlich?

Welche Potentiale stecken hinter den Treffpunkten?

Die DynaMoS sind mit Herz dabei.

Mit dem Kopf bei der Sache.

Wir helfen praktisch mit den Händen

&

Haben immer ein offenes Ohr für die Jugendlichen / Erwachsenen!

2. Gesetzliche Grundlagen oder : Warum Soziale Arbeit auf der Straße?

Die gesetzliche Grundlage der Mobilen Jugendarbeit / Straßensozialarbeit stellt das Sozialgesetzbuch dar, mit dessen Hilfe soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit angestrebt wird. Nach § 1 SGB I sollen Voraussetzungen geschaffen werden, die die freie Entfaltung der Persönlichkeit ermöglichen. Zudem sollen besondere Belastungen, die das Leben mit sich bringt, in geeigneter Weise in Form der Hilfe zur Selbsthilfe abgewendet bzw. ausgeglichen werden. Gerade die Verfügbarkeit von sozialen Diensten und Einrichtungen soll mit Hilfe des Sozialgesetzbuches gewährleistet werden.

Die Mobile Jugendarbeit / Straßensozialarbeit ist in dieser Hinsicht eine geeignete Hilfe, mit der schwer zu erreichende Personengruppen angesprochen werden können. Die unterschiedlichen Ansätze und Methoden werden im Kapitel 5 Arbeitsprinzipien noch näher erläutert.

3. Zielgruppe

Die Adressaten der Mobilen Jugendarbeit / Straßensozialarbeit sind primär Jugendliche. Die DynaMoS sehen sich als Anlaufstelle für alle, die sich nicht im Hilfesystem bewegen, aber dennoch Hilfe bedürfen. Dazu gehören auch Kinder und Erwachsene jedweder Herkunft, die ihren Lebensmittelpunkt in den öffentlichen Raum verlegt haben.

Ein wichtiger Aspekt stellt die aufsuchende Arbeit an den öffentlichen Plätzen dar. Durch diese aufsuchende Arbeit können auch die Menschen erreicht werden, die Möglicherweise nicht den Mut haben direkte Hilfe in Anspruch zu nehmen.

4. Träger der mobilen Jugendarbeit

  • Mobile Jugendarbeit/Straßensozialarbeit erfolgt durch die Kooperation zwischen der Diakonie, der Erlacher Höhe und der Kinder- und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn

Die DynaMoS (Dynamische Mobile JugendSozialarbeit) sind:

Diakonie: 50% Rüdiger Holderried

Erlacher Höhe: 25% Manuel Trick

Kinder- und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn: 25% Elisa Teufel

 

5. Grundsätze der mobilen Jugendarbeit

    • Freiwilligkeit – die Dauer und Intensität des Kontaktes werden von den AdressatInnen entschieden. 

    • Akzeptanz – die AdressatInnen werden als Personen in ihrer Gesamtheit ohne Wertungen, möglichst vorurteilsfrei angenommen.

    • Anonymität und Vertrauensschutz.

    • Parteilichkeit – die Interessen der AdressatInnen werden gegenüber Dritten vertreten, trotzdem erfolgt intern die Konfrontation mit ihren Verhaltensweisen und Orientierungen.

    • Transparenz - es werden mit Offenheit und Ehrlichkeit Verfahrensweisen entschleiert und Einflussmöglichkeiten realistisch gegenüber den Jugendlichen dargestellt.

 

6. Nachtwanderer

 

Ein Baustein unserer mobilen Jugendarbeit/Straßensozial-arbeit ist das Projekt "Nachtwanderer". Dieses aus Schweden kommende Modell wird mit guten Erfahrungen schon in deutschen Städten von Ehrenamtlichen umgesetzt.

Menschen, die für ihr Gemeinwesen Verantwortung übernehmen wollen oder als Eltern oder Verantwortungsträger betroffen sind, können sich in dieses Projekt unmittelbar einbringen.

Wir wollen Erwachsene motivieren, sich nachts in einer Gruppe auf den Weg zu machen, um für Jugendliche einfach da zu sein. Ansprechpartner oder Hilfe und Unterstützung in den verschiedenen Situationen sein zu können.

Diese ehrenamtlich Tätigen, die von uns geschult werden, sind in kleinen Gruppen z.B. Freitag oder Samstag Nacht für einige Stunden an öffentlichen Plätzen, Discos, Veranstaltungsorten oder Haltestellen von öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und für die Jugendliche wahrnehm- und ansprechbar.


Bei diesem Projekt können sie sich ehrenamtlich einbringen. Eine Chance, Veränderung mit zu gestalten und nicht nur Missstände wahrnehmen.


Mehr Infos und Kontakt

Hans- Martin Haist, Tel. 07441/951292

Flyer Nachtwanderer

Nachtwanderer_Flyer.pdf